FAQ

Oft sind es kleine Tipps und Tricks von Fachleuten, die einem die Arbeit immens erleichtern oder helfen, technische Vorgänge zu verstehen. Wir haben Ihnen hier Antworten auf die häufigsten Fragen unserer Kunden zusammengestellt.

 

1)  Wann muss ich neue Winterreifen kaufen?

Am besten erkennt dies der Fachmann bei einer Sichtprüfung. Allerdings werden neue Reifen auf jeden Fall nötig, wenn eines der folgenden Kriterien zutrifft:

  • die Profiltiefe beträgt weniger als 4 mm
  • die Reifen sind 10 Jahre und älter
  • die Reifen weisen Beulen oder Risse auf

 

2)  Woran erkenne ich, welcher Reifen der richtige für mich ist?

Viele Kriterien spielen eine Rolle bei der Auswahl des richtigen Reifens. Neben dem Preis muss auch die Qualität stimmen. Der Reifen muss außerdem zur eigenen Fahrweise und natürlich zum Auto passen.

Ihr Fachhändler kann Ihnen sagen, welcher Reifen der richtige für Sie ist, denn bei der großen Auswahl sind Reifen auf folgende Eigenschaften optimiert:

  • auf Nässe für sicherheitsbewusste Fahrer
  • auf Handling für sportliches Vorwärtskommen
  • auf Komfort für bequemes Rollen

 

3)  Kann ich mich an Reifentests orientieren?

Reifentests können die Kaufentscheidung erleichtern. Man sollte in jedem Fall darauf achten, dass die getesteten Größen den für das Fahrzeug zugelassenen Dimensionen entsprechen, denn mitunter weichen die Testergebnisse in unterschiedlichen Dimensionen deutlich voneinander ab.

 

 

4)  Sind billige Angebote auch ok?

Auf Billigangebote aus Fernost sollten Sie Ihrer eigenen Sicherheit zuliebe verzichten und einen Qualitätsreifen aus dem mittleren Segment vorziehen.

Und noch ein Tipp: Beim spezialisierten Reifenfachhandel sind Sie immer auf der sicheren Seite. Die Pneus werden perfekt montiert, sicher ausgewuchtet und die Altreifen umweltgerecht entsorgt.

 


5)  Woran erkennt man einen Winterreifen?

Nach der neuen Winterreifenverordnung gelten entsprechend der europäischen Typengenehmigungsverfahren für Reifen (UN-ECE-Regelungen Nr. 30 – Pkw-Reifen, Nr. 54 Lkw-Reifen und Nr. 75 Zweiradreifen bzw. der EU-Richtlinie 92/23) alle Reifen als Winterreifen, die mit einer M+S-(oder M.S.-  oder M&S-) Kennzeichnung versehen sind. Das gilt auch für Allwetter-/Ganzjahresreifen, wenn sie die M+S-Kennzeichnung haben. 

Dies trifft allerdings nicht für alle Pkw-, Off Road- und SUV-Reifen zu, die für die USA produziert werden, da die Reifenhersteller für diesen Markt i.d.R. alle Reifen, also auch Sommer- und Geländereifen mit M+S kennzeichnen- und nicht ganz ausgeschlossen werden kann, dass auch in Deutschland, wenn auch in geringen Mengen, solche Reifen am Markt zu finden sind. Insofern sollten Sie sich also beim Reifenkauf im Zweifel lieber von Ihrem Reifenfachhändler vor Ort beraten lassen, denn der steht Ihnen gegenüber diesbezüglich in der Sachmängelhaftung. 

Deshalb müssen in den USA und Kanada M+S-Reifen das sogenannte Schneeflockensymbol tragen, um als Winterreifen zu gelten.  Basis für die Vergabe dieser Kennzeichnung ist ein gesonderter Eigentest der Reifenhersteller  auf Schnee gegenüber der US-amerikanischen Verkehrsbehörde. In Europa ist das Schneeflockensymbol z.Z. warenzeichenrechtlich für bestimmte Reifenhersteller (wdk) geschützt und daher nur von diesen verwendbar. Aus diesem Grund ist es nach der StVO nicht unbedingt erforderlich, dass ein Winterreifen in Deutschland mit dem Schneeflockensymbol gekennzeichnet ist. 

 

 

6)  Wann sollte ich auf Winterreifen umrüsten?

In anderen Ländern ist klar geregelt, wann Autofahrer von Sommer- auf Winterreifen umzurüsten haben. Eine gesetzliche Vorgabe, ab welchem Datum Kraftfahrzeuge mit Winterreifen ausgerüstet sein müssen, existiert in Deutschland nicht. Allerdings gilt in Deutschland seit dem 4. Dezember 2010 für Kraftfahrzeuge die Pflicht, bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- und Reifglätte mit Winterreifen ausgestattet zu sein. Da der Wintereinbruch nicht mit einem bestimmten Datum verbunden ist und in Deutschland zudem von Region zu Region auch sehr unterschiedliche Witterungsbedingungen herrschen, haben sich zwei gängige Faustregeln durchgesetzt:

Winterreifen von Oktober bis Ostern
Wir empfehlen allen Autofahrern, mit dem Wechsel nicht auf das erste Glatteis oder sogar den ersten Schneefall zu warten, sondern im Oktober auf Winterreifen umzurüsten. – Dann laufen Sie nicht Gefahr, Ihr Auto bei einem plötzlichen Wintereinbruch stehenlassen zu müssen, um Unfälle und Bußgelder zu vermeiden.

Winterreifen ab Temperaturen unter 7°C
Die zweite Faustregel wird häufig diskutiert, weil sie bei Reifentests nicht immer belegt werden kann, was insbesondere mit der Fahrbahnbeschaffenheit zusammen hängt. Dennoch lässt sich generell sagen: Die Leistung von Winterreifen nimmt bei Temperaturen unter 5°C kontinuierlich zu, die von Sommerreifen dagegen ab. Die Erfahrung zeigt: Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte man auf Winterreifen umrüsten, wenn die Temperaturen dauerhaft unter 7°C liegen. Dagegen sollte man im Frühjahr besser abwarten und auf Nummer sicher gehen, bevor wieder die Sommerreifen zum Einsatz kommen. 

 

 

7)  Warum sind Winterreifen besser bei kalten Temperaturen?

Seit dem 4. Dezember 2010 ist die neue Winterreifenverordnung in Kraft. Sie schreibt vor, dass bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte Kraftfahrzeuge nur mit Winterreifen gefahren werden dürfen. Wer also nicht rechtzeitig umrüstet, muss sein Kraftfahrzeug bei der genannten Wetterlage stehen lassen. Wer ohne Winterreifen unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld von bis zu 80,- EUR sowie Punkte in Flensburg. 

Für die situative Winterreifenpflicht sprechen gute Gründe. 

 Beispiel: Bei 50 km/h kommt ein Wagen mit Winterreifen nach 31 m zum Stehen, mit Sommerreifen erst nach 62 m. Schnee und Eis erfordern kälteflexible, weiche Laufstreifenmischungen und ein besonders Profil mit feinen Lamellen, die den bestmöglichen Grip erzeugen. 

Die Ansprüche an Reifen weichen in der kalten und warmen Jahreszeit sehr stark voneinander ab. Um im Winter ein Höchstmaß an Sicherheit und Komfort zu erzielen, ist ein Umrüsten auf Winterreifen unerlässlich.

 Fünf gute Gründe, im Herbst auf Winterreifen umzurüsten:

  • Kürzere Bremswege auf Matsch, Schnee und Eis
  • Bußgelder und Punkte in Flensburg vermeiden
  • Bestmöglicher Grip durch kälteflexible, weiche Laufstreifenmischungen und Lamellen
  • Besseres Handling
  • Räder drehen nicht so schnell durch 

 

 

8)  Der Zahn der Zeit - auch Reifen altern

Vielfahrer braucht diese Problematik um überalterte Reifen reichlich wenig zu kümmern; sie haben den Pneu längst abgenutzt, bevor altersbedingte Sicherheitseinbußen zu erwarten sind. Dennoch - selbst optisch einwandfreie und ausreichend profilierte Reifen können allein durch Alterung wesentliche Leistungsmerkmale verlieren, insbesondere was die Nässeeigenschaften und die Wintertauglichkeit betrifft.

Schon sechs Jahre alte Reifen können bei unsachgemäßer Behandlung ein Sicherheitsrisiko darstellen. Die Gefahr ist dabei besonders groß, wenn überalterte Reifen plötzlich stark beansprucht, wenn sie auf langen Strecken und womöglich noch mit zu geringem Luftdruck gefahren werden. Generell sollte das Alter bei Sommer- und Winterreifen zehn Jahre nicht übersteigen. Bei so genannten Stand-(Fahr-)zeugen wie Wohnwagen, wenig bewegten Reisemobilen, aber auch beim selten oder nie genutzten Reserverad gelten sechs Jahre als Obergrenze.

Wie alt aber ist ein Reifen? Aufschluss geben die letzten vier Ziffern der auf der Reifenflanke angebrachten DOT-Nummer. Sie benennen seit dem Jahr 2000 das Produktionsjahr, davor steht zweistellig die Produktionswoche (WWJJ). Beispiel: Die DOT-Endziffern "4200" sagen aus, dass der Reifen in der 42. Woche des Jahres 2000 hergestellt wurde. Reifen aus der Zeit vor 2000 tragen noch eine dreistellige DOT-Kennzeichnung mit dem Produktionsschlüssel WWJ für Produktionswoche (zweistellig) und Produktionsjahr (die letzte Ziffer). "438" steht mithin für 43. Woche 1998. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass seit 1990 in der Regel hinter der DOT-Kennung noch ein kleines Dreieck ein­vulkanisiert wurde, um Reifen der 90er Jahre von noch älteren Produkten abzuheben.

 

 

9)  Alles frisch - Tipps zum Neureifenkauf

Wer neue Reifen nach den Vorgaben über Größe und Betriebskennung auswählt, kann bei der Ersatzbeschaffung kaum etwas falsch machen. Natürlich richtet sich der kompetente Fachhändler nach all diesen Daten; er fragt in aller Regel sogar nach dem Fahrzeugschein, in dem die entsprechenden Informationen zu finden sind. Auch ist im Fachhandel und in Autohäusern die Gefahr, altbackene Sohlen statt Reifen aktueller Produktion aufgezogen zu bekommen, relativ gering. Trotzdem - ein kontrollierender Blick auf die DOT-Kennzeichnung aller vier "Neureifen" hat noch nie geschadet.

Mit dem Zukauf von nur drei Neureifen und der Absicht, das Jahre alte, optisch aber neuwertige Ersatzrad nun endlich doch zum Zuge kommen zu lassen, erweist sich der sicherheitsbewusste Autofahrer jedoch einen Bärendienst. Denn Reifen unterliegen vielfach einer permanenten Weiterentwicklung in Gummimischung und Konstruktion, selbst wenn Profilbild und Handelsbezeichnung unverändert beibehalten werden. Nur Reifen gleicher Bauart, mit gleichem Profil und aus einem identischen Produktionszeitraum bieten optimale Sicherheit unter allen Bedingungen.

Falls nur zwei Neureifen angeschafft werden, gehören diese immer nach hinten, denn die Haftung der Reifen auf der Hinterachse ist entscheidend für die Fahrstabilität, ­ besonders in Kurven.

Beachten Sie aber, dass die Laufflächen von Neureifen noch mit einem Trennmittel aus dem Herstellungsprozess behaftet sind, das während der Fahrt erst abgetragen werden muss. Es empfiehlt sich deshalb, auf den ersten 200 bis 300 Kilometern eine betont vorsichtige Fahrweise an den Tag zu legen - insbesondere bei Nässe oder im Winter. Dieser Einfahrvorgang gilt für alle Reifenkategorien.

 

 

10)  Praxistipp

Machen Sie wie alle sicherheitsbewussten Autofahrerinnen und Autofahrer regelmäßig den Profiltiefen­Schnellcheck (z. B. beim Tanken oder bei der Wagenwäsche). Schlagen Sie die Vorderräder in einer Richtung ganz ein. Prüfen Sie durch Sichtkontrolle das Abriebsbild Ihrer Reifen. Wählen Sie bei gleichmäßigem Abrieb über die gesamte Lauffläche eine Profilrille für den Schnellcheck aus.

Wählen Sie bei ungleichmäßigem oder einseitigem Abrieb die Profilrille mit der geringsten Profiltiefe aus. Setzen Sie eine 1-Euro-Münze auf den Profilgrund der ausgewählten Profilrille. Ist der goldene Rand der 1-Euro-Münze gleich hoch wie die umgebenden Profilblöcke, verfügen Ihre Reifen noch über etwa 3,5 Millimeter Restprofil. Checken Sie sicherheitshalber pro Reifen eine Längs- und eine Querprofilrille. Prüfen Sie nun in gleicher Weise Ihre Hinterräder.

 

11)  Echt abgefahren - Profil und Reifenverschleiß

Reifen sind Verschleißartikel.

Grundsätzlich bestimmen der Fahrstil, die Beladung des Fahrzeugs, die Streckenverhältnisse und die Pflege (Luftdruck!) die Reifenhaltbarkeit. Ungewöhnliche Verschleißmerkmale deuten dabei auf Mängel am Reifen oder am Fahrzeug hin: Für kleine Abplattungen rund um die Lauffläche können defekte Stoßdämpfer die Ursache sein. Übermäßiger Verschleiß der Laufflächenmitte deutet auf zu hohen, stark abgefahrene Reifenschultern hingegen auf zu geringen Fülldruck hin.

Einseitig abgefahrene Schultern lassen Fehler in der Achsgeometrie vermuten; Veränderungen der Achseinsteilungen können durch häufiges Überfahren von Hindernissen - z.B. Bordsteinen - entstehen.Abplattungen können mitunter bei längerer Standzeit des Fahrzeugs auftreten.

Keinesfalls üblich ist die Sägezahnbildung an den Querrillen des Reifenprofils. Sie ist vom Reifentyp abhängig, von der Achskonstruktion und -geometrie und auch vom Fahrstil. Wenn die Achsgeometrie stimmt, hilft meist nur das Wechseln der Reifen von vorne nach hinten. Die Sägezahnbildung verringert sich allmählich und ebenso das damit verbundene starke Abrollgeräusch. Durch regelmäßigen Rädertausch (etwa alle 10.000 km) wird ein gleichmäßiger Verschleiß aller Reifen erreicht, dabei sollte möglichst ein seitengleicher Radwechsel (links vorn nach links hinten usw.) vorgenommen werden (bei laufrichtungsgebundenen Profilen zwingend, bei allen anderen empfehlenswert). Ein solcher Rädertausch bietet sich beispielsweise bei dem jährlichen Wechsel von Sommer- auf Winterreifen an.

In der EU gilt für Reifen eine gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 mm. Aus Sicherheitsgründen sollten Sommerreifen jedoch spätestens bei 2 mm Restprofiltiefe (Breitreifen bei 3 mm) ausgetauscht werden. Winterreifen dagegen verlieren spätestens bei 4 mm Profiltiefe ihre gewohnten Fahreigenschaften auf Schnee und Eis.

TWI-StegeDie jeweilige Mindestprofiltiefe muss in der Praxis immer über den gesamten Reifenumfang eingehalten werden.

Erste Hinweise auf das Erreichen der Verschleißgrenze kann der Autofahrer dabei auch ohne Messgeräte wie Profiltiefenprüfer erkennen, die für ein paar Euro beim Reifenhändler oder im Autozubehör zu erstehen sind.

Denn die im Profilgrund der Lauffläche integrierten Abriebindikatoren (Tread Wear Indicator, TWI) bilden bei 1,6 mm Restprofiltiefe im Profilgrund schmale durchgehende Stege. Die Lage dieser Indikatoren ist ganz oben auf der Seitenwand des Reifens - je nach Reifenhersteller - durch Dreiecke, die Buchstabenkombination TWI oder durch kleine Firmensymbole gekennzeichnet.

 

 

12)  Reine Drucksache - auf den Fülldruck kommt es an

Reifen leisten Schwerstarbeit. Sie müssen fahrdynamische Kräfte auf die Fahrbahn bringen und das Gewicht des Fahrzeugs verkraften.

Doch nicht etwa der Reifen selbst trägt das Fahrzeuggewicht, sondern die in ihm eingeschlossene Luft!

Beim Abrollen werden die Pneus zudem ständig durchgewalkt, und dies umso stärker, je geringer ihr Fülldruck ist. Starkes Walken aber erzeugt beträchtliche Wärme, die im Ernstfall zur völligen Zerstörung des Reifens mit entsprechend fatalen Folgen führen kann.

Selbst aus ökonomischer Sicht ist ein korrekter Reifen-Fülldruck von Bedeutung: Bei zu geringem Fülldruck steigen nämlich Reifenverschleiß und Kraftstoffverbrauch gleichermaßen an.

 


13)  Schadensbegrenzung - was dem Reifen zusetzt

Den Autofahrer trifft laut Statistik eine Reifenpanne durchschnittlich nur alle zehn Jahre oder im Abstand von etwa 150.000 km. Dabei ist die Liste der lässlichen Reifensünden umfangreich, die häufigsten und wichtigsten sind:

  • zu geringer Reifen-Fülldruck
  • Beschädigungen durch Hindernisse (Bordsteine, tiefe Schlaglöcher)
  • Beschädigungen durch eingefahrene Fremdkörper
  • Beschädigungen durch Hochdruckreiniger
  • Beschädigungen durch Öl und Kraftstoff
  • Beschädigungen durch Prüfstände
  • Montagefehler
  • Überalterung



Wenn es denn schon nötig ist, einen Bordstein zu überfahren, dann keinesfalls im spitzen sondern im möglichst stumpfen (rechten) Winkel und - ganz langsam, gewissermaßen im Zeitlupentempo.

Reifenflanken sind äußerst empfindlich. Wenn sie zwischen Hindernissen und der Felge gequetscht werden, besteht die Gefahr von Beschädigungen der Karkasse, des tragenden Reifenunterbaus. Auch Ablösungen von Gürtelkanten sind möglich. Entstandene Strukturschäden sind meist von außen nicht erkennbar, wenn sich aber irgendwann an der Reifenflanke Beulen oder Risse zeigen, dann ist es höchste Zeit, den Reifenfachmann aufzusuchen - ein Reifenaustausch ist unumgänglich.

Ein Schnitt oder eine Beschädigung durch einen eingefahrenen Fremdkörper mag noch so harmlos erscheinen, dennoch ist äußerste Vorsicht geboten. Schon das Eindringen eines Nagels in die Lauffläche führt (bei schlauchlosen Reifen) zu schleichendem Luftverlust. Vor allem aber kann Feuchtigkeit bis zum Gürtel vordringen, und der ist aus Stahl und kann zu rosten beginnen. Der Reifen wird zu einer Art Zeitbombe. Die Cordfäden der Karkasse können zwar nicht rosten, aber die geringste Beschädigung schwächt hier den festen Verbund und führt zum Defekt.

Tiefgehende Beschädigungen müssen demnach ernst genommen werden. Wenn der Reifen die Luft nicht mehr hält, ist dies ein deutliches Zeichen, dass die abdichtende Innenseele des Reifens durchdrungen wurde.

Dann bleibt im Grunde nur der Austausch des Reifens. Die Entscheidung und Verantwortung für eine etwaige Reparatur (Einsatz bzw. Einvulkanisieren von Gummistücken) liegt beim Reifen-Fachmann unter Berücksichtigung der Hinweise des Reifenherstellers. Sie ist von bestimmten Voraussetzungen (z.B. Größe, Position der Verletzung) abhängig und muss aus Sicherheitsgründen äußerst zeitnah erfolgen. Das Einlegen eines Schlauches als Reparaturmaßnahme zum Abdichten eines schlauchlosen Reifens ist grundsätzlich verboten, selbst als Notbehelf.

Hochdruck-Reinigungsgeräte zur Fahrzeugwäsche sind für Reifen unzuträglich - eine weithin unbekannte Tatsache. Beim Reinigen mit Flachstrahldüse oder dem so genannten Dreckfräser ist unbedingt ein Mindestabstand von 20 cm einzuhalten. Vor allem mit der noch härter wirkenden Rundstrahldüse kann ein Reifen irreparabel beschädigt werden. Es empfiehlt sich grundsätzlich, den Reinigungsstrahl nicht direkt, nicht im stumpfen Winkel und vor allem nicht zu nahe auf den Reifen zu halten.

Wenn Reifengummi ständig der Einwirkung von Öl, Kraftstoff, Fetten oder Chemikalien ausgesetzt ist, verändert es seine Eigenschaften. Entweder wird es brüchig und wasserdurchlässig oder es wird weich und löst sich auf. Ein durch Öleinfluss gequollener Reifen nimmt fatalerweise seine ursprüngliche Form und Gestalt wieder an, sobald die flüchtigen Bestandteile verflogen sind. Der Reifen hat aber einen bleibenden Schaden davongetragen, der allein durch Augenschein nicht sofort erkennbar ist. Auch deshalb Hände weg von Gebrauchtreifen unbekannter Herkunft. Einmal eingetretene Schäden heilen nicht, Reifen haben ein Gedächtnis.

 

 

14)  Die Seitenwand-Kennzeichnung

Jeder Reifen weist eine Reihe Daten auf, die auf der Seitenwand in Beschriftungen, Zahlen und Codes einvulkanisiert sind.

Dabei werden europäische, amerikanische und nationale Vorschriften befolgt. Wer neue Reifen braucht, muss sich nach diesen Angaben für die Dimension und für die so genannte Betriebskennung richten.

An einem Beispiel wird die Sache schnell klar: 225/60 R 15 96 W ist hier zu lesen, dabei ist 225 die Reifennennbreite in Millimeter, 60 das Verhältnis der Querschnittshöhe (Seitenhöhe) zur Reifennennbreite in Prozent (Serie 60), der Buchstabe R weist auf einen Radialreifen (Gürtelreifen) hin, und 15 kennzeichnet den Reifeninnen-, und gleichzeitig FeIgen-Nenndurchmesser in Zoll.

Auf diese Größenangabe folgt die Betriebskennung. Die setzt sich aus der Tragfähigkeitskennzahl (Last- oder Loadindex LI) - hier 96 - und dem Geschwindigkeits- oder Speedindex - hier W - zusammen. Tabellen geben Auskunft, für welche tatsächliche Tragfähigkeit in Kilogramm und bis zu welcher Geschwindigkeit ein Reifen verwendet werden darf.

LI und SI müssen mindestens den Vorgaben entsprechen, dürfen aber auch höher ausfallen. Ausnahme: Winterreifen mit M+S-Kennzeichnung. Wer "Schneegreifer" einer geringeren Geschwindigkeitsklasse montiert, muss dies aber mit einem Hinweisaufkleber im Blickfeld des Fahrers kenntlich machen.

Pkw-Reifen mit der Bezeichnung "reinforced" (verstärkt) oder "Extra Load" (auch bei Winterreifen) sind Produkte für Kombis oder Vans mit höherer Tragfähigkeit als normale Reifen. Die Bezeichnung "CU" heißt Commercial und wird ebenfalls für Reifen mit höherer Tragfähigkeit, aber auch höheren Fülldrücken verwendet. Ein Austausch der bei den Reifenkategorien ist nicht ohne weiteres möglich, hier empfiehlt sich eine Rückfrage beim Reifen- oder Fahrzeughersteller. Bei dem Zusatzbuchstaben "P" (Passenger) vor der Größenbezeichnung (Beispiel: P 295/50 R 15) handelt sich um Pkw-Reifen nach US-Norm, bei uns auf Geländewagen, Vans und anderen importierten US-Fahrzeugen anzutreffen.

 

 

15)  Klein aber fein - das Reifenventil

Auch Gummiventile altern. Das zeigt sich an zunehmender Rissbildung im Ventilkörper. Ein gefährlicher Zustand. Bei schneller Fahrt verbiegen nämlich enorme Fliehkräfte das Ventil - die Folge: Druckverlust.

Beim Reifentausch soll generell auch das Ventil erneuert werden, bei Kosten von wenigen Euro pro Stück ist dies wahrlich billig erkaufte Sicherheit.

Die Randflächen des Ventilloches sind wichtige Dichtzonen und müssen bei der Montage des Ventils daher frei von Schmutz oder Rost und ohne Beschädigungen sein. Schmutz, Staub und Feuchtigkeit können im Fahrbetrieb dem feinen Innenleben des Ventils schnell zusetzen; das Ventilkäppchen hat daher durchaus einen technischen Sinn und sollte immer fest aufgeschraubt sein.

 

 

16)  Bitte nur meine - Fabrikatsbindung beim Reifenkauf

Was bei Motorrädern schon länger Praxis war, wurde auch im Pkw-Bereich praktiziert: in den Fahrzeugpapieren namentlich aufgeführte Reifenfabrikate und Reifentypen.

Das bedeutete, dass bei der Ersatzbeschaffung ausschließlich die aufgelisteten Produkte verwendet werden durften, andere waren nicht zulässig.

Diese Praxis hat sich, zum Leidwesen der beteiligten Pkw- und Reifenhersteller, inzwischen geändert, denn die EU sieht darin eine Wettbewerbseinschränkung. Die namentliche Nennung von Reifen in den Fahrzeugpapieren hat seither nur noch den Charakter einer Empfehlung.

Die Fabrikatsbindung hatte im Wesentlichen drei Gründe:

1. Freigegebene Reifen haben in ihren Abmessungen enge Toleranzen, Kontakte mit Karosserie- oder Fahrwerksteilen sind ausgeschlossen.

2. Bei ZR-Reifen, die prinzipiell für Geschwindigkeiten über 240 km/h zulässig sind, wird zwischen Auto- und Reifenhersteller ein genauer Tempobereich definiert, den der Reifen problemlos verkraftet.

3. Die entsprechenden Reifen sind ganz speziell auf ein Fahrzeugmodell abgestimmt und erfüllen
die Vorgaben des Herstellers für Fahrsicherheit, Fahrverhalten, Komfort und Laufleistung. Deshalb ist es in jedem Fall ratsam, sich bei Ersatzbedarf weiterhin (freiwillig) auf die vom Automobilhersteller oder Tuner freigegebenen und empfohlenen Reifenfabrikate und -typen zu beschränken.

Seit dem 01.10.1998 dürfen nur noch bauartgenehmigte Luftreifen hergestellt werden. Sie erkennen das an dem EG- oder ECE-Genehmigungszeichen.